„Noch nie in Singapur gewesen, was?“ Das fragt Captain Jack Sparrow den jungen Will Turner. Ich kann jetzt mit „Doch klar“ antworten. Doch das Singapur, dass Jack kennt, existiert in dieser Form leider nicht. Singapur ist einer der saubersten und sichersten Städte der Welt, Regelverstöße werden hart bestraft, auch an Touristen.
Essen oder Trinken im Zug oder an öffentlichen Plätzen = 500 $
Drogenschuggel, Verkauf, Konsum oder Besitz = Tod
In der hochmodernen Stadt ist man sich jederzeit bewusst, dass man ein potentielles Anschlagsziel darstellt, also wird auf allen Monitoren der MRT ( U-Bahn) gezeigt, was im Ernstfall zu tun ist. Für mich als Dorfkind ist das irgendwie sehr verunsichernd. Generell habe ich in den 4 Nächten in Singapur erst richtig bemerkt, was für ein Dorfkind ich doch bin. Endlose Gassen, riesige Einkaufszentren und ständige Reizüberflutung duch Lärm, Licht und Geruch machen das zurechtfinden nicht gerade leicht.
Auch sind der ständige Wechsel von 35 °C zu 18 °C nicht gerade sehr hilfreich, gesund zu bleiben. Doch irgendwie stehen die Asiaten auf abwechselnde bibbern und schwitzen. Gesundheit wird hier in Singapur trotzdem sehr groß geschrieben, überall steht, man solle doch die Treppe nehmen anstatt die Rolltreppe oder auch mal 500 Meter laufen, anstatt auf den Bus zu warten – macht keiner.
Zum Glück war mein Hostel mitten in der Stadt und ich hatte es zu den meisten Attraktionen nicht weit. (konnte trotzdem mein Schrittziel jeden Tag erreichen)
In little india und chinatown werden Moderne und Tradition perfekt verbunden. In mitten von Hochhäuser stehen Tempel aus dem 18. Jahrhundert, alte Bräuche werden weiter gepflegt und gleichzeitig ist man offen für alle anderen Menschen, egal welcher Religion sie angehören. Da sollten wir Deutschen uns vielleicht eine Scheibe abschneiden.
Auch wenn die Zeitumstellung ziemlich an mir genagt hat, und schon am ersten Tag mein Plan komplett auf den Kopf gestellt wurde, habe ich alles wichtige mir ansehen können. Vieles wäre leider die Reise allein nach Singapur nicht Wert. Dazu zählen: chinatown, little india, bugis, Singapore river und Garden by the Bay. Nicht’s davon kann man nicht auch in Deutschland bei erträglichen Temperaturen erleben. Aber trotzdem muss man aus 2 Gründen einmal in Singapur gewesen sein.
1. Die Night Safari im Singapore Zoo: Tiere bei Nacht in ihrer fast natürlichen Umgebung beobachten zu können ist ein absolut fantastisches Erlebnis. Auch wenn man bei einem stolzen Preis von 47$ und einer 1 1/2 h Anfahrt von der Innenstadt schon ordentlich schlucken muss. Zudem ist zu beachten, dass die letzte MRT um 11:30 fährt. Also bitte unbedingt so früh wie möglich ein Ticket ergattern.
2. Sentosa: Von meinem Hostel aus keine 3 Stationen und exakt 11 Minuten Fahrzeit ein perfekter weißer Strand, Palmen und Whirlpool warmes Wasser. Einfach unfassbar und unglaublich schön. Und den fettesten Sonnenbrand aller Zeiten gibt es gratis dazu. Auch der Strand selbst kostet nichts, was man von den anderen Attraktionen auf der künstlichen Insel nicht sagen kann.
Aber als armer Backpacker heißt es sowieso überall: Augen zu und durch.
Den Singapur ist nun mal eine Stadt, und Städte sind sehr teuer, was mir auch erst jetzt bewusst wurde. Und leider ist es in Singapur üblich, essen zu gehen, was dann ein Defizit an billigen Supermärkten verursacht. Oder ich habe sie nur nicht gefunden. Trotz, dass Singapur so international wirkt, ist das Essensanbot sehr asiatisch geprägt. Das bedeutet: kein stink normales Brot, kein Zwieback oder Salzstangen und vor allem kein artgerecht gehaltenes Tier. Was mich dann spontan zum Vegetarier mutieren ließ. Auch lebt der Backpacker abstinent, d.h. kein Alkohol zu erschwinglichen und auch nur ansatzweise bezahlbaren Preisen. Und trotzdem trifft man doch schnell nach Sonnenuntergang betrunkene Asiaten. Naja, die brauchen ja auch nicht viel.
Jetzt gibt es noch ein paar Bilder, für alle, die nicht über die sozialen Netzwerke meinen Stop Over Trip verfolgt haben.








Von der Night Safari gib’s natürlich keine, da mit Blitz zu fotographieren logischer Weise verboten ist. (Ist leider nicht allen Asiaten klar)
Noch ein letzter allgemeiner Tip von mir: regt euch nur 5 Minuten über andere Leute auf und ignoriert sie dann einfach, das macht das Leben in anderen Ländern bedeutend einfacher. Einfach daran denken, dass ihr ja bald wieder zuhause seid und ihr dort zumindest eine geringe Chance habt, etwas in dem Denken der Menschen zu verändern. Also akzeptiert die 4 Plastiktüten für 4 Flaschen trinken und kauft ohne kritisch zu gucken die 3 fach eingepackten Bananen. So modern und umweltbewusst wie Singapur vielleicht von außen wirkt, ist es in den Köpfen der Menschen leider noch lange nicht.
Ich hoffe, ihr konntet jetzt einen kleinen Einblick in mein Leben erhalten und lest auch noch den nächsten Artikel, der vermutlich in ein paar Wochen verfasst wird. Dieser wird über Darwin sein und meine Anfänge als Backpacker.
Liebe Grüße vom Singapore Airport
Eure Julia
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