Wie die meisten vermutlich schon mitbekommen habe, arbeite ich seit Montag auf einer Mangofarm als Erntehelfer. Und das läuft folgendermaßen ab: um 7:30 beginnt man, seinen Scissorlift herzurichten. Einmal alles mit Matten auslegen und kleine Bottiche mit Seifenwasser füllen. Das Seifenwasser ist besonders wichtig, da Mangos beim ernten eine ätzende Substanz absondern, die neutralisiert werden muss. Wird dies nicht sofort gemacht, ist die Mango schlechter und nicht mehr A-Ware. Mit dem Scissorlift fährt man dann zu den Bäumen und erntet die Mangos. Die Bäume werden bis zu 15 Meter hoch, höher kann auch der Lift nicht. Ab Mittwoch bin ich die Fahrerin eines dieser Lifte geworden und bin somit eine Stufe höher in der Rangfolge gestiegen. Mehr Geld gibs trotzdem nicht. Es befinden sich immer 2, manchmal 3 Frauen auf dem Lift. Frauen aus mehreren Gründen:
- leichter
- ordentlicher
- vorsichtiger
- sorgfältiger
- besser
- schneller
- weniger Unfug im Kopf
Die Mangos werden dann vom Lift in einen großes Eimer (in Englisch „Bin“) gegeben. Jeder Arbeiter sollte 1 Bin am Tag ernten, ansonsten wird man gefeuert. Mit den richtigen Leuten auf dem Lift klappt das auch gut, Menschen mit Höhenangst oder anderen Ängsten sollten sich aber lieber eine andere Arbeit suchen. Einmal wäre mir in 10 Meter Höhe fast ein Mädchen umgekippt, am nächsten Tag kam sie nicht mehr zum arbeiten (war ne Einheimische). Wir sind nur 4 Backpacker hier, der Rest sind alles Australier, was man auch an ihrer Arbeitskraft und Moral erkennt. Gute Arbeiter zu finden, ist für die Farmer sehr schwer und es herrscht ein reger Arbeitertausch hier. Die Namen merk ich mir nie. Ich leb direkt auf der Farm und darf für nur 50$ pro Woche in einem Caravan leben und Küche etc verwenden. LUXUS PUR! Aber bei 10 Stunden Arbeit pro Tag und keinen Tag frei, ist das auch irgendwie angebracht. Kochen muss ich nun selber und werde nicht mehr von Kaffee versorgt. Der Besitzer des Kaffee’s war übrigens sehr traurig, als ich ihm sagte, dass ich nicht mehr komm, genau wie der Gärtner. Doch den Gärtnerjob hab ich in gute Hände an einen aus dem Hostle weitergegeben.
Wir ernten die Früchte unreif und geben sie an eine andere Farm weiter, die sie dann sortieren und packen. Die Farmer verdienen mit ihrer kleinen Farm genug Geld, um das ganze Jahr davon zu leben. Also falls ihr gerade kein Bock mehr auf einen Bürojob habt, holt euch ne Mangofarm in Australien und lasst 2 Monate Backpacker für euch arbeiten.
Am Ende möcht ich noch dem Maxi danken, der mir den Job besorgt hat und dem Sigi, der mich dann in Darwin abgeholt hat und auch immer mit zum einkaufen nimmt.
Das war’s für heute, hier Zeit zufinden um was zu schreiben ist echt schwer, aber für euch nehm ich mir die Stunde.
Feuchte Grüße aus Australien (Luftfeuchtigkeit von 95%)
Eure Julia
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