Der letzte Roadtrip steht an und wir haben uns gesagt, keine Nationalparks mehr, wenn sie nur Strand haben und ganz hübsch sind. Wir sind nun wieder mit dem Toyota unterwegs und machen den direkten Vergleich, wie viel Komfort man nun mehr hat, als mit einem Kleinwagen.
Also fahren wir los, und zwar nach Walhalla. Ja genau der Ort, an den Thor und Loki dann irgendwann nach ihren Tod gelangen. Walhalla ist nach den alten Germanen die Ruhestätte aller Krieger und Götter (aber natürlich nur die Guten). Um euch alle zu beruhigen, ich bin nicht im Kampf gestorben, und warum die Australier das Dorf so genannt haben, hab ich auch nicht so ganz verstanden. Der eigentliche Grund unserer Fahrt dahin ist, dass hier 40% alles Goldes von Australien gefunden wurde. Und das Bergwerk kann man sich angucken. Und wenn man genug Geld hat auch von innen 😂

(Coole Strandhütten kurz unter Melbourne)
Das Wetter spielt immer noch nicht mit und nachts wird es jetzt immer bitterkalt und da haben wir schon den ersten Nachteil des Rooftoptents. Es kommt auch kälte Luft von unten. Ein weiterer Nachteil ist, dass es viel mehr wackelt und quitscht, was mir bisher noch nie aufgefallen ist. Ein großer Vorteil ist jedoch, es ist schnell auf und abgebaut und man braucht weniger zusätzlichen Platz (als für ein Zelt).
Da wir erstaunlicherweise doch einen Tag Sonne hatten, gingen wir an den 90 Mile Beach, und jap, dass sind 10 Mile mehr als beim letzten Strand. Aber bitte lasst euch von den Bikinifotos nicht täuschen, die ganze andre Zeit hatten wir Gänsehaut.

Weiter geht’s zu unserem bisher besten Freecamper an der Südküste. Ein stillgelegter ehemals kostenpflichtig Campingplatz darf nun kostenlos genutzt werden. Due Toiletten/Duschen werden aber weiter geputzt und das Wasser fließt immer noch aus allen Hähnen. Die Gelegenheit haben wir genutzt und sind gleich 2 Nächte geblieben, denn vor uns stand der höchste Berg Australiens.
Der Mount Kosciuszko ist mit seinen 2228 Meter der höchste und wohl unausprechlichste Berg und die 18 Km Wanderweg haben sich trotzdem gelohnt. Eine grandiose Aussicht bei klarer Sicht und am Ende einem Sonnenbrand auf der Nase hat er uns beschert. Und zwar nur auf der Nase, weil der Rest dick eingepackt war. Da Oben weht ne ziemlich frische Brise und im Winter kann man sogar Ski fahren. Witzigerweise unterscheiden sich die Skidörfer in keinster Weise von denen in Österreich oder Schweiz.

Da wir uns nun etwas Entspannung definitiv verdient hatten, haben wir einen kurzen Abstecher gemacht in einen Hot Spring bei den Yarrangbilly Caves. Leider klingen 27°C wärmer als sie sind, trotzdem war es echt erholsam. Ist übrigens auch bei den Einheimischen sehr beliebt (leider)
Canberra, eine Hauptstadt die aus dem Boden gestampft wurde, weil sich 2 Städte einfach nicht einig wurden. So sieht sie auch aus und man sieht nur wenige Touristen, dafür umso mehr Business Männer/Frauen. Wirklich interressant ist das Parlament mit kostenloser Führung, im der einem das Regierungssystem von Australien erklärt wird. (Es sind übrigens bald wahlen). Besonders gefallen hat aber das War Memorial, eine riesige Erinnerungstätte an alle Kriege, an denen Australien beteiligt war. Und das meine Freunde sind echt einige. Zu jedem Krieg gibt’s ne eigene Ausstellung. Das bekannteste ist allerdings die Gedenkstätte, die sogar das britische Königshaus besucht hat (und ja, darauf sind die Australier sehr stolz). Außerdem durfte ich eine alte Bekannte aus Deutschland wieder treffen, die uns noch etwas rumgeführt hat und einiges aus ihrer Au-pair Familie erzählt hat.

Als letzter Punkt auf der Liste standen die Blue Mountains, jeder hat schon mal davon gehört und es ist angeblich ein Must Do, wenn man in Australien ist. Leider bin ich wohl zu Nationalpark verwöhnt, den wirklich umgehauen hat mich nichts. Man kann bestimmt gut wandern, aber nach 100 Treppen haben wir aufgegeben. Man muss ja an die Zukunft denken, in denen mal alles auch wieder hoch muss. Es gab dann noch die #DummeSteineDieVierte. Mit ganz viel Asiaten und Massentouristmus.

Eine letzte Nacht in der freien Natur, eine letzte Nacht frieren und natürlich gehört ein ordentliches Lagerfeuer mit Marshmellows dazu. Als ich mein ganzes Zeug dann im Auto zusammengesucht hab (ist echt ne Menge), kam schon ne komische Stimmung auf. Meine Australienreise endet ziemlich bald und das wahre Leben holt einen bald wieder ein. Aber jetzt kommt erst noch Sydney und Dubai und zumindest im Sydney hab ich noch einen großartigen Stadtführer.

Haltet die Ohren steif
Eure Julia
