Melbourne

Eine Woche Stadt, für Dorfkinder klingt das fast wie Selbstmord. Aber wenn man einen so kompetenten Stadtführer hat, wie ich ihn hatte, geht die Zeit wie im Fluge um.

Ankunft:

Einchecken im Hostel war wohl noch nie so kompliziert, wie in diesem. Total modern sollte das Check-in ganz ohne in der Schlange stehen online funktionieren. Nachdem wir 2 Stunden erfolglos versuchten, den Code (App) für unser Zimmer zu bekommen, hat sich ein Mitarbeiter endlich erbarmt und uns geholfen. Oder sagen wir anders, die moderne Technik auf feinste australische Art verflucht und alles Oldschool gemacht. Das Hostel war erstaunlich sauber und groß, hat aber natütlich in der Innenstadt auch seinem Preis. Doch direkt am Hostel war der berühmte Queen Victoria Market und eine Station von Melbourns Free Tram Zone.

Outlet

Trotz riesigem Outletcentre ist und bleibt Australien teuer und deswegen wurde nichts bei Victoria Secret eingekauft, oder Prada, Louis Vuitton, Swarovski oder alle andren teuren Marken, die sich nur Massen an Asiaten leisten können. Generell hatte ich manchmal den Eindruck, nicht in einem europäisch geprägtem Land zu sein, sondern tief in asiatischer Hand. Nicht mal einen Aboriginie haben wir gesehen, was mir doch sehr seltsam vorkam. Aber dazu gleich mehr.

Melbourne als Stadt hat natürlich einiges zu bieten und die Highlights werde ich euch kurz beschreiben. Wir haben alles zu Fuß selber oder mit einer kostenlosen Tour gemacht. Bei dieser Tour ist mir besonders eins aufgefallen. Die Menschen haben viel mehr Respekt vor der Kultur der Aboriginies, aber behandeln sie als ausgestorben. Wie Steinzeitmenschen ungefähr.

Queen Victoria Market

Den Markt kann man sich tagsüber und nachts ansehen. Bei Tag ist er ein ganz cooler Markt mit Krimskrams aber auch echt billigem Obst und Gemüse. Oder hat jemand von euch schon mal ne 800 g Süßkartoffel für 1$ gekauft? Aber bei Nacht beginnt der Markt aufzublühen. Essen aus aller Welt und Straßenkünstler sorgen für eine hervorragende Stimmung, und es sind auch viele Einheimische da.

Victoria State Libary

Eigentlich ist mein Stadtführer wegen der Rüstung des Ned Kellys freiwillig in eine Bibliothek gegangen, doch leider gab es einen Austellungswechsel und die Rüstung kann man nicht mehr sehen. Für mich gab’s natürlich trotzdem was, z.B. ne 10 000 Jahre alte Steuererklärung, oder einfach ein ganzer Raum voller alter Bücher. Einfach herrlich.

ACMI

Ein ganzes Museum, allein für die neuen Medien? Darin kann man sich super mehrere Stunden aufhalten, vorallem wenn man sich durch die Jahrzehnt zocken kann. Was es nicht alles gab, in den 80gern. Oder wie weit die Animation schon in den 90gern war. Und wie jung manche Schauspieler mal waren. Der Wahnsinn.

Laneways

Seitengassen vermeiden die meisten Menschen eigentlich, dazu gehör ich auch, doch genau da spielt sich die moderne Kunst in ihrer reinsten, von Geldgier noch unverdorbenen Form ab. Neben viel Gekritzel finden sich echte Schätze und ich bin von nun an wohl öfters in den gruseligen Teilen von Städten zu finden. (Immer auf der Suche nach einem echten Banksy)

Royal Botanic Garden

Ein ganz netter Garten, recht klein, aber super um in Ruhe mal die Füße auszuruhen. Zudem sind die großen Grünflächen eine willkomme Abwechslung zu der grauen Stadt. Auch gibt es nen super Aussichtspunkt mit hervorragendem Blick auf die Skyline Melbourns.

Zoo Melbourne

Juhuuuu, nach einer langen Zeit auf Zooentzug geht’s endlich mal wieder Tiere aus aller Welt anzugucken. Uns ging es aber eigentlich um Wombats, australische Tiere, die einfach super sind. Die knuffeligen, schweinähnlichen Tiere würde Sigi gerne als Haustier haben. Oder zumindest einen Hund, der wie ein Wombat aussieht. Natürlich haben wir auch die üblichen Kandidaten abgeklappert (Löwe, Erdmännchen, orang utan, King Julien). Aber das eigentliche Highlight war das Schmetterlingshaus, das mit allen Arten an Schmetterlinge gefüllt ist, die ihr euch vorstellen könnt.

Eureka

Zur Erinnerung an einen blutig niedergeschlagen Aufstand von Goldmienenarbeitern ist das zweithöchste Gebäude Australiens erbaut worden. Einen großartigen 360° Ausblick hat man vom 88. Stock. Und den wohl bestmöglichen Ausgangspunkt für einen Sonnenuntergang, den man in Melbourne finden kann. Wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man sich auch in einem Gläswürfel auf 290 Meter Höhe ganze 3 Meter über die Kante schieben lassen, die nötigen Nerven sind nicht im Preis inkludiert. Sparfüchse können sich das Geld für den Aufzug sparen, indem man die 1642 Treppenstufen läuft. Der Rekort liegt bei 7:35 Minuten, das sind 3 Sekunden pro Treppestufen. (Challenge accepted?)

Für mich geht’s jetzt in Richtung Sydney, vermutlich kommt der nächste Beitrag auch erst in 10 Tagen raus, also nicht wundern bitte.

Eure Julia