Kategorie: Allgemein

Dubai

Was passiert, wenn man ein paar Machos ein bisschen Öl gibt? Richtig, sie bauen mitten in der Wüste eine Weltmetropole. Und die anzuschauen hatte ich auf meinem Rückflug vor.

(Als kleiner Tipp. Wunderkerzen darf man nicht in den Rucksack packen.)

Mein Hostel lag super zentral, drum herum gab es alles, was man so braucht. Supermärkte, billige Restaurants und eine Metrostation. Und Nein, ich bin nicht gleich erstmal in den falschen Zug eingestiegen. Da man Dubai gut in 2 Teile teilen kann, hab ich mir zuerst den alten Teil angeguckt.

Alt – Dubai

Hier gibt es vor allem schreckliche Märkte. Vom gemütlichen umher spazieren kann nicht die Rede sein. Man wird ununterbrochen angequatscht und zu einem Blick gewunken. Ich heißet jetzt übrigens Shakira, eines der wenigen Worte, die die Händler auf Englisch können. Also bin ich schnell durch gehechtet und zum Goldmarkt gegangen. Lange rede, kurzer Sinn. Ich muss erstmal noch n bissel Geld verdienen, bevor ich mir was leisten kann. Mit einem Holzboot geht es über den kleinen Fluss auf die andere Seite und das war dann schon eher meins. Ein altes Dorf extra für Touristen restauriert und viel ruhiger. Den ganzen Trubel der Stadt kann man hinter sich lassen und sich einfach zu schönen Gesängen aus dem Koran entspannen. Hier gibt’s auch Kamelburger und Eis. War sehr lecker und gar nicht so teuer.

Neu – Dubai

Bedeutet vor allem der Burj Khalifa und die Dubai Mall. Der Wolkenkratzer ist echt wunderschön anzusehen und echt beeindruckend riesig. Doch für Frauen ist vorallem die Dubai Mall ein Highlight. Ein riesiges Shoppingcentre für alle Preisklassen. Umgerechnet in Euro ist Dubai eigentlich nicht allzu teuer und das ist natürlich sehr unpraktisch für ein Shoppingherz. Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines Schals, von 3 Bodysprays und von einem Gesichtspeeling. In Deutschland hät ich locker das doppelte gezahlt. Auch sind 200 g Zimt nun in meinem Rucksack, den der ist hier besonders billig.

Die Palminseln sind wohl die bekanntesten künstlichen Inseln der Welt und natürlich musste ich da hin. Ich musste feststellen, dass der Stand nur für zahlende Gäste ist und das man von unten recht wenig sieht. Die Aussichtsplattform ist, wie vieles in Dubai, noch in Bau.

Zu den verrücktesten Dinge gehört jedoch das Dubai Ski. Ein riesiger Kühlschrank in dem so einige Pisten und viel andrer Wintersport geboten wird. Über die Stromkosten macht sich hier wohl keiner Gedanken.

Vorallem für alleinreisende Frauen ist es dringend empfehlenswert in einem Hostel einen Raum nur für Frauen zu buchen. Auch hat Dubai in der Metro extra Bereiche in die nur Frauen dürfen. Dubai versucht zwar westlich zu wirken, doch das Machodenken der Männer ist immer noch tief verwurzelt. Immer in kleinen Gruppen stehen sie auf der Straße und starren einen an. Aber ich musste leider sagen, dass ich für keine Kamelherde der Welt zu haben bin.

Generell macht das Reisen zu zweit oder mit mehreren zumindest in Städten mehr Spaß und es ist billiger. Alleine wird man viel zu schnell angequatscht, obwohl man seine Ruhe haben will und wenigstens einer im Zimmer geht zur selben Zeit schlafen wie du. Übrigens ist der Jatlag zurück irgendwie schlimmer, zumindest fühlt es sich so an.

Ich freu mich riesig auf frisches Brot, ich kann seit Tagen an nichts andres mehr denken.

Eure Julia

Sydney

Der Anfang des Endes ist gekommen. Sydney wire die letzte australische Stadt sein, die ich besuche. Die Erwartungen sind hoch, nachdem mich Melbourne so begeistert hat. Was hat diese Stadt wohl, um mit Melbourne mitzuhalten?

Wie auch in Melbourne fingen wir mit einer kostenlosen Stadtführung an, um ums einen Überblick über die riesige Stadt zu verschaffen. Dabei traffen wir sogar einen alten Freund vom Konvoi der Westküste wieder. Die Welt ist halt ein Dorf. Aber nun zur Tour und ich weiß nicht recht, was ich sagen soll. Nach 3 Stunde durch die Stadt marschieren ist uns eins klar geworden. Sydney ist älter, was aber leider in diesem Fall auch hässlicher bedeutet. Nur wenige gläserne Hochhäuser sind auf der Skyline zu sehen, der Rest ist grauer Beton. Und alles ist immer sehr weit auseinander, was bedingt, dass man die teuren öffentlichen Verkehrsmittel benutzen muss. An sich hat uns die Tour also nur gezeigt, dass Melbourne echt schön ist.

Vor allem für junge und jung gebliebene Menschen hat aber Sydney doch etwas sehr argumentativ überzeugendes. Party’s! Oder wer kann behaupten, dass es für 10 $ zu einer Disco mit 4 Fluren und Pool Party gehen kann? Das war definitiv die beste Party meiner Lebens (auch wenn wir dann ne Stunde zu Fuß zum Hostle laufen mussten, da keine Bahn mehr gefahren ist).

Nun zu den 3 Berühmtheit Sydneys, die auf jeder Postkarte zu sehen sind.

Sydney Harbor Bright

Die Brücke ist vor allem deswegen berühmt, da sie das Leben der Sydneyer Bürger viel einfacher und schneller machte. Anstatt um die Bucht herum zu fahren oder gar per teurem Boot überzusetzen, kann man jetzt ganz einfach 1,2 Km rüberspazieren. Aber so wirklich schön find ich sie nicht. Es fehlt irgendwie etwas Raffines und Farbe.

Sydney Opera House

Da sollte nun jedem ein Licht aufgehen. Das diesmal künstlerisch sehr gelungene Gebäude ist eine echte Augenweide und auch von innen. Jap, ihr habt richtig gehört. Ich habe meinen Traum erfüllt und bin hineingegangen. Angehört hab ich mir die besten Lieder aus verschiedenen Opern und ich war/bin super begeistert. Die Sänger waren absolut perfekt und der Moderator hat den Abend hervorragend geleitet. Jedes Mal hat er kurz die Oper erklärt und auch nicht den ein oder anderen Witz ausgelassen. Also wenn ihr mal nach Sydney kommt, dann lasst euren Geiz kurz hinter euch und investiert in ein paar Stunden purer Glückseligkeit.

Bondi Beach

Man könnte meinen, ich hab nun genug Stände in meinen Leben gesehen und das stimmt auch. Doch leider konnte ich mein Bodyboard nie wirklich austesten. Entweder haben die Wellen gefehlt, oder es war zu kalt um auch nur eine Zehenspitze ins Meer zu stecken. Wir haben von unserem Hostel nur 30 Minuten gebraucht, um zu sehen, dass wir nicht die Einzigen waren. Aber die Wellen waren hervorragend und ich hatte den Spaß meines Lebens. Die 5 $ waren das Bodyboard definitiv wert auch wenn ich es nun in Australien zurück lassen musste.

Als letztes kommt etwas ganz besonderes. Wir hatten das Glück, an Mardi Gras in Sydney zu sein. Mardy Gras ist ein internationales Fest für alles, was nicht heterosexuell ist. Und immer am ersten Samstag im März gibt es eine große Parade. Ihr könnt euch das genau wie einen Fasnetsumzug vorstellen, nur halt mit Schwulen und Lesben und meist sehr viel Haut. Die Stimmung war der absolute Hammer, auch wenn ich die geworfenen Süßigkeiten vermisst habe.

Tja Leute, das war’s dann auch schon mit Australien. Irgendwie ging es schneller rum als gedacht, aber ihr wisst ja: das wahre Leben holt einen immer ein.

Ein ganz besonderer Dank geht hier an meine Freunde und Familie, die mich auch in den schlechteten Zeiten immer wieder aufmunterten und für mich da waren. Und Sigi, der gefühlt meine ganze Zeit hier mit mir verbracht hat und jeden Mist mitgemacht hat. Oder mich rechtzeitig gebremst hat, wenn ich zu viel wollte (z.b. 20 Km wandern oder noch einen dummen Stein angucken). Ohne ihn wäre die Reise ganz anders verlaufen, ob besser (soweit das möglich ist) oder schlechter kann ich natürlich nicht sagen.

Bevor ihr jetzt aber ganz traurig seid, dass ihr nichts mehr zu lesen bekommt, hab ich bald noch einen Beitrag über Dubai für euch. Und ihr müsst doch etwas tun. Schreibt in die Kommentare alle Fragen, die euch noch interessieren und ich mach noch einen letzten klärenden Beitrag für euch.

Auf ein baldiges Wiedersehen in Deutschland

Eure Julia

Melbourne – Sydney

Der letzte Roadtrip steht an und wir haben uns gesagt, keine Nationalparks mehr, wenn sie nur Strand haben und ganz hübsch sind. Wir sind nun wieder mit dem Toyota unterwegs und machen den direkten Vergleich, wie viel Komfort man nun mehr hat, als mit einem Kleinwagen.

Also fahren wir los, und zwar nach Walhalla. Ja genau der Ort, an den Thor und Loki dann irgendwann nach ihren Tod gelangen. Walhalla ist nach den alten Germanen die Ruhestätte aller Krieger und Götter (aber natürlich nur die Guten). Um euch alle zu beruhigen, ich bin nicht im Kampf gestorben, und warum die Australier das Dorf so genannt haben, hab ich auch nicht so ganz verstanden. Der eigentliche Grund unserer Fahrt dahin ist, dass hier 40% alles Goldes von Australien gefunden wurde. Und das Bergwerk kann man sich angucken. Und wenn man genug Geld hat auch von innen 😂

(Coole Strandhütten kurz unter Melbourne)

Das Wetter spielt immer noch nicht mit und nachts wird es jetzt immer bitterkalt und da haben wir schon den ersten Nachteil des Rooftoptents. Es kommt auch kälte Luft von unten. Ein weiterer Nachteil ist, dass es viel mehr wackelt und quitscht, was mir bisher noch nie aufgefallen ist. Ein großer Vorteil ist jedoch, es ist schnell auf und abgebaut und man braucht weniger zusätzlichen Platz (als für ein Zelt).

Da wir erstaunlicherweise doch einen Tag Sonne hatten, gingen wir an den 90 Mile Beach, und jap, dass sind 10 Mile mehr als beim letzten Strand. Aber bitte lasst euch von den Bikinifotos nicht täuschen, die ganze andre Zeit hatten wir Gänsehaut.

Weiter geht’s zu unserem bisher besten Freecamper an der Südküste. Ein stillgelegter ehemals kostenpflichtig Campingplatz darf nun kostenlos genutzt werden. Due Toiletten/Duschen werden aber weiter geputzt und das Wasser fließt immer noch aus allen Hähnen. Die Gelegenheit haben wir genutzt und sind gleich 2 Nächte geblieben, denn vor uns stand der höchste Berg Australiens.

Der Mount Kosciuszko ist mit seinen 2228 Meter der höchste und wohl unausprechlichste Berg und die 18 Km Wanderweg haben sich trotzdem gelohnt. Eine grandiose Aussicht bei klarer Sicht und am Ende einem Sonnenbrand auf der Nase hat er uns beschert. Und zwar nur auf der Nase, weil der Rest dick eingepackt war. Da Oben weht ne ziemlich frische Brise und im Winter kann man sogar Ski fahren. Witzigerweise unterscheiden sich die Skidörfer in keinster Weise von denen in Österreich oder Schweiz.

Da wir uns nun etwas Entspannung definitiv verdient hatten, haben wir einen kurzen Abstecher gemacht in einen Hot Spring bei den Yarrangbilly Caves. Leider klingen 27°C wärmer als sie sind, trotzdem war es echt erholsam. Ist übrigens auch bei den Einheimischen sehr beliebt (leider)

Canberra, eine Hauptstadt die aus dem Boden gestampft wurde, weil sich 2 Städte einfach nicht einig wurden. So sieht sie auch aus und man sieht nur wenige Touristen, dafür umso mehr Business Männer/Frauen. Wirklich interressant ist das Parlament mit kostenloser Führung, im der einem das Regierungssystem von Australien erklärt wird. (Es sind übrigens bald wahlen). Besonders gefallen hat aber das War Memorial, eine riesige Erinnerungstätte an alle Kriege, an denen Australien beteiligt war. Und das meine Freunde sind echt einige. Zu jedem Krieg gibt’s ne eigene Ausstellung. Das bekannteste ist allerdings die Gedenkstätte, die sogar das britische Königshaus besucht hat (und ja, darauf sind die Australier sehr stolz). Außerdem durfte ich eine alte Bekannte aus Deutschland wieder treffen, die uns noch etwas rumgeführt hat und einiges aus ihrer Au-pair Familie erzählt hat.

Als letzter Punkt auf der Liste standen die Blue Mountains, jeder hat schon mal davon gehört und es ist angeblich ein Must Do, wenn man in Australien ist. Leider bin ich wohl zu Nationalpark verwöhnt, den wirklich umgehauen hat mich nichts. Man kann bestimmt gut wandern, aber nach 100 Treppen haben wir aufgegeben. Man muss ja an die Zukunft denken, in denen mal alles auch wieder hoch muss. Es gab dann noch die #DummeSteineDieVierte. Mit ganz viel Asiaten und Massentouristmus.

Eine letzte Nacht in der freien Natur, eine letzte Nacht frieren und natürlich gehört ein ordentliches Lagerfeuer mit Marshmellows dazu. Als ich mein ganzes Zeug dann im Auto zusammengesucht hab (ist echt ne Menge), kam schon ne komische Stimmung auf. Meine Australienreise endet ziemlich bald und das wahre Leben holt einen bald wieder ein. Aber jetzt kommt erst noch Sydney und Dubai und zumindest im Sydney hab ich noch einen großartigen Stadtführer.

Haltet die Ohren steif

Eure Julia

Melbourne

Eine Woche Stadt, für Dorfkinder klingt das fast wie Selbstmord. Aber wenn man einen so kompetenten Stadtführer hat, wie ich ihn hatte, geht die Zeit wie im Fluge um.

Ankunft:

Einchecken im Hostel war wohl noch nie so kompliziert, wie in diesem. Total modern sollte das Check-in ganz ohne in der Schlange stehen online funktionieren. Nachdem wir 2 Stunden erfolglos versuchten, den Code (App) für unser Zimmer zu bekommen, hat sich ein Mitarbeiter endlich erbarmt und uns geholfen. Oder sagen wir anders, die moderne Technik auf feinste australische Art verflucht und alles Oldschool gemacht. Das Hostel war erstaunlich sauber und groß, hat aber natütlich in der Innenstadt auch seinem Preis. Doch direkt am Hostel war der berühmte Queen Victoria Market und eine Station von Melbourns Free Tram Zone.

Outlet

Trotz riesigem Outletcentre ist und bleibt Australien teuer und deswegen wurde nichts bei Victoria Secret eingekauft, oder Prada, Louis Vuitton, Swarovski oder alle andren teuren Marken, die sich nur Massen an Asiaten leisten können. Generell hatte ich manchmal den Eindruck, nicht in einem europäisch geprägtem Land zu sein, sondern tief in asiatischer Hand. Nicht mal einen Aboriginie haben wir gesehen, was mir doch sehr seltsam vorkam. Aber dazu gleich mehr.

Melbourne als Stadt hat natürlich einiges zu bieten und die Highlights werde ich euch kurz beschreiben. Wir haben alles zu Fuß selber oder mit einer kostenlosen Tour gemacht. Bei dieser Tour ist mir besonders eins aufgefallen. Die Menschen haben viel mehr Respekt vor der Kultur der Aboriginies, aber behandeln sie als ausgestorben. Wie Steinzeitmenschen ungefähr.

Queen Victoria Market

Den Markt kann man sich tagsüber und nachts ansehen. Bei Tag ist er ein ganz cooler Markt mit Krimskrams aber auch echt billigem Obst und Gemüse. Oder hat jemand von euch schon mal ne 800 g Süßkartoffel für 1$ gekauft? Aber bei Nacht beginnt der Markt aufzublühen. Essen aus aller Welt und Straßenkünstler sorgen für eine hervorragende Stimmung, und es sind auch viele Einheimische da.

Victoria State Libary

Eigentlich ist mein Stadtführer wegen der Rüstung des Ned Kellys freiwillig in eine Bibliothek gegangen, doch leider gab es einen Austellungswechsel und die Rüstung kann man nicht mehr sehen. Für mich gab’s natürlich trotzdem was, z.B. ne 10 000 Jahre alte Steuererklärung, oder einfach ein ganzer Raum voller alter Bücher. Einfach herrlich.

ACMI

Ein ganzes Museum, allein für die neuen Medien? Darin kann man sich super mehrere Stunden aufhalten, vorallem wenn man sich durch die Jahrzehnt zocken kann. Was es nicht alles gab, in den 80gern. Oder wie weit die Animation schon in den 90gern war. Und wie jung manche Schauspieler mal waren. Der Wahnsinn.

Laneways

Seitengassen vermeiden die meisten Menschen eigentlich, dazu gehör ich auch, doch genau da spielt sich die moderne Kunst in ihrer reinsten, von Geldgier noch unverdorbenen Form ab. Neben viel Gekritzel finden sich echte Schätze und ich bin von nun an wohl öfters in den gruseligen Teilen von Städten zu finden. (Immer auf der Suche nach einem echten Banksy)

Royal Botanic Garden

Ein ganz netter Garten, recht klein, aber super um in Ruhe mal die Füße auszuruhen. Zudem sind die großen Grünflächen eine willkomme Abwechslung zu der grauen Stadt. Auch gibt es nen super Aussichtspunkt mit hervorragendem Blick auf die Skyline Melbourns.

Zoo Melbourne

Juhuuuu, nach einer langen Zeit auf Zooentzug geht’s endlich mal wieder Tiere aus aller Welt anzugucken. Uns ging es aber eigentlich um Wombats, australische Tiere, die einfach super sind. Die knuffeligen, schweinähnlichen Tiere würde Sigi gerne als Haustier haben. Oder zumindest einen Hund, der wie ein Wombat aussieht. Natürlich haben wir auch die üblichen Kandidaten abgeklappert (Löwe, Erdmännchen, orang utan, King Julien). Aber das eigentliche Highlight war das Schmetterlingshaus, das mit allen Arten an Schmetterlinge gefüllt ist, die ihr euch vorstellen könnt.

Eureka

Zur Erinnerung an einen blutig niedergeschlagen Aufstand von Goldmienenarbeitern ist das zweithöchste Gebäude Australiens erbaut worden. Einen großartigen 360° Ausblick hat man vom 88. Stock. Und den wohl bestmöglichen Ausgangspunkt für einen Sonnenuntergang, den man in Melbourne finden kann. Wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man sich auch in einem Gläswürfel auf 290 Meter Höhe ganze 3 Meter über die Kante schieben lassen, die nötigen Nerven sind nicht im Preis inkludiert. Sparfüchse können sich das Geld für den Aufzug sparen, indem man die 1642 Treppenstufen läuft. Der Rekort liegt bei 7:35 Minuten, das sind 3 Sekunden pro Treppestufen. (Challenge accepted?)

Für mich geht’s jetzt in Richtung Sydney, vermutlich kommt der nächste Beitrag auch erst in 10 Tagen raus, also nicht wundern bitte.

Eure Julia

Roadtrip Adelaide – Melbourne

Blöde Steine die dritte. Leute, für die meisten ist die Great Ocean Road eines der Highlights ihrer Australienreise. Sie sei ja so großartig schön, so großartig anzugucken und man hätte großartige Erlebnisse. Und das stimmt schon so ungefähr. Doch stell die Steine an der Westküste ins Wasser und sie wären nur eine von vielen. Was man hier im Süden auf 100 Km hat, hat man 3000 Km im Westen und es beachtet kaum jemand. Aber jetzt mal vom Anfang:

Auf geht’s von Adelaide in das nahe gelegene Hahndorf. Für jeden deutschen Backpacker ein Muss, den Hahndorf ist das älteste deutsche Dorf Australiens und macht damit einen ordentlichen Umsatz. Wenn man durch die Straße geht, fühlt man sich gleich der Heimat verbunden. Also eigentlich ist es aufgebaut wie im Europapark, sehr bayrisch. Dafür gibt es super viele kitschig deutsche Sachen und noch mehr Asiaten, die liebend gerne Geld dafür ausgeben. Die Asiaten werden uns von nun an begleiten, zumindest an der Küste entlang.

Eine Insel mit Pinguinen, davon hat Australien mehr als ursprünglich gedacht. Also angeblich mit Pinguinen, den wie schon auf Pinguin Island war auch auf Granite Island von Pinguinen keine Spur. Dafür ein schöner Rundweg und immer eine schön sanfte Brise.

Bei schönen Wetter und halbwegs zufriedenstellenden 28°C sind wir dann in Robe an den Strand gegangen und streckten mal die Füße ins Wasser. Blaugefroren entschlossen wir, dass das trockene doch eher unser Element ist. Dass das unser letzter warmer Tag sein wird, wussten wir noch nicht. Doch es wurde kalt, bitterkalt mit 15 °C Durchschnittstemperatur und in der Nacht gefühlte Minusgrade. Hätte mir einer vorher gesagt, dass das im Süden trotz Sommer normal sei, dann hätte ich das dankend übersprungen.

Da man ja schließlich nicht aus Zucker ist, haben wir unser straffes Programm trotzdem bibbernd durchgezogen. Der Grampiens Nationalpark kann mit dichten, grünen Wäldern und Flüssen (mit Wasser) punkten. Ein definitives Highlight ist der Mc Kenzie Wasserfall. Ein reißender Strom, der schon einige Asiaten mit in den Tod gefüht hat *dim dim dööööm*😂

Danach ist uns aufgefallen, dass unser straffes Programm bei Regen doch nicht nehr ganz so straff ist. Die Top Surf Spots bei Port Fairy, Apollo Bay und Torquay musste wir nämlich leider auslassen und so blieben uns nur noch ein paar kleinere Wasserfälle, ein paar Steine im Wasser und ein paar kackenden Koalas übrig. Zu den Koalas muss ich mal was sagen: Sie sind süß, drollig, knuffelig und auf den ersten Blick super als Haustier zu halten. ABER! SIE SIND LAUT, STINKEN UND KACKEN 200 MAL AM TAG AUF DEIN ZELT!

Ich hab auf jeden Fall in dieser Woche mehr erlebt, als in den letzten 3 Wochen und das liegt unter anderem auch daran, dass sich meine Reisebegleitung etwas geändert hat. Zu viert gestartet sind wir in Perth, doch leider musste sich zeigen, dass ein Roadtrip sehr viel gegenseitiges Verständnis braucht und man nicht immer an erster Stelle stehen kann. Und wenn man mal etwas macht, was nicht seine Idee war, sondern das einer anderen Mitreisenden, dann darf man nicht den ganzen Tag ein langes Gesicht ziehen. Auch ganz erstaunlich ist, dass nicht alles auf Instagram mit rechten Dingen zugeht und doch so einiges bearbeitet wird. In Real Life muss man auch so auf einiges gefasst sein, z.b. die Gezeiten. Oder schlechtes Wetter. Und nur weil dann das Foto nicht ganz so strahlend ist, heißt das nicht, dass der Tag ruiniert ist. Das möchte ich euch als Hilfe mit geben! Den das waren einige der Gründe, warum ich nicht weiter Reisen wollte/konnte. Falls ihr noch Genaueres wissen wollt, fühlt euch frei, mich zu fragen.

Als Reaktion wollte ich mich in Adelaide von meinen Travelbuddys trennen, doch es kam etwas anders. Da Sigi ab jetzt das 5. Rad am Wagen wäre kam es schließlich, dass wir uns zusammen einen Kleinwagen mieteten, um bis nach Melbourne zu kommen. Ab dort bekommen „Wir“ (also Sigi) den Toyota bis nach Sydney.

Damit entlass ich euch in die Woche

Eure Julia