Cattle Station Woche 4

Was lernt man alles in 4 Wochen über sein Leben? Ihr vermutet wahrscheinlich nicht viel und es klingt auch nach nicht viel, es hat aber Bedeutung.

  1. Eine 40 Stunden Woche ist nicht ganz so schlimm, wie alle immer behaupten. Immerhin kann ich mich jetzt immer über euch Waschlappen lustig machen, die jammern, wenn ihr mal 9 Stunden am Tag arbeiten müsst.
  2. Der Körper hat Grenzen und die sind klar definiert. Aber um zu wissen, wo die Grenzen liegen, muss man sich austesten und das ist verdammt hart. Im Nachhinein fühlt es sich aber gut an und auch wenn ich total fertig war, kenn ich jetzt den Unterschied zwischen erschöpft und träge. Man ist träge , wenn man ein bisschen langsam im Kopf wird und einem gefühlt die Augen ständig zu fallen. Man ist erschöpft, wenn einem die Augen zufallen und man nur unter wirklichem Zwang sich ins Bett schleppen kann.
  3. Das Leben ist immer gefährlich, aber ich sterbe lieber, wenn ich von einem Bullen überrannt werde als wenn ich von einem aufschwingendem Tor erschlagen werde. Das ist nämlich peinlich.
  4. Es ist immer gut zu wissen, wie man ein Gewehr bedient, falls man mal ein sterbendes Kalb erschießen muss.

Mein Travelbuddy Jakob hat Videos auf YouTube hochgeladen von unserer gemeinsamen Reise. Guckt sie euch an und lässt ein Däumchen nach oben da.

Ich wünsch euch n guten Rutsch ins neue Jahr und lasst es ordentlich krachen, hier kann man nämlich keine Böller kaufen.

Eure Julia

Cattle Station Woche 3

~Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde~

Diesen Spruch muss ich nur zustimmen, so lang man nicht ein Pferd reitet, um zu arbeiten. In meinen 3 Wochen hier hab ich nur mehr als 20 Stunden im Westernsattel gesessen und mein Hintern erinnert sich an jede einzelne Sekunde. Mein Pferd ist super erzogen und weiß wirklich was wann zu tun ist. Mit 21 Jahren Berufserfahrung erwartet man das aber auch irgendwie. Manchmal jedoch vergisst er, dass ein menschliches Wesen (Ich) auf seinem Rücken sitzt und irgendwas von ihm will. Nach 5 Stunden Kühetreiben hat er meist kein Bock mehr und will nur noch nach Hause. Wer kanns ihm bei 45 °C in der prallen Sonne verübeln? Doch irgendwie muss er sich ja seine Brötchen auch verdienen, weswegen ich übrigens jeden Tag ne halbe Stunde früher aufstehen muss. Während so mancher wilden Jagt durchs Gebüsch ist ihm meine Anwesenheit manchmal auch entwichen, aber ich muss euch was sagen: nur weil er unter den Ast passt, heißt das noch lange nicht, dass ich da auch drunter pass. Trotz all unsere (Naja, eigentlich nur meiner) Probleme, die wir manchmal haben, hab ich ihn ganz tief in mein Herz geschlossen und werde ihn wohl als einzigsten vermissen.

Meine Farm ist eine der letzten Farmen, die das mustering mit Pferden, anstatt mit Motorrädern machen. Motorräder sind in vieler Hinsicht sehr viel praktischer:

  • Sie brauchen nur manchmal „Futter“
  • Sie sind lauter
  • Sie sind flexibler
  • Sie machen immer das, was man will
  • Meistens sind sie bequemer

Damit geht eigentlich alles schneller und kostengünstiger. Aber mit den Finanzen hat man es hier generell nicht ganz soo im Griff, dafür fehlt einfach die Ausbildung und auch ein bisschen der Wille. Ihr müsst wissen, eine verkaufte Kuh bringt zwischen 800 und 1500 $ ein. Deswegen sind die meisten Farmer auch stink reich. Man muss eben nur ein bisschen Ordnung haben uns ein klein wenig seinen Verstand einsetzen.

Und da das hier irgendwie nicht so funktionier, versuchen sie halt oft zu sparen. Alles ist sehr alt und ziemlich morbide. Und für die Arbeiter reicht das Geld gerade so, aber nicht für einen Koch oder ne Putzfrau. Das machen wir dann irgendwann zwischen drin. Auch freie Tage gibt es so gut wie nicht. Am 24. mussten wir 100 Kühe vor dem verdursten retten und generell werden die Tiere jeden Tag spätestes um 8 Uhr morgens von uns gefüttert. Das verursacht natürlich eine Menge Stress und ist perfekter Nährboden für Konfrontationen (die ich ja sowieso recht gerne suche 😂). Im Grunde hält unser Team aber immer zusammen.

Ich will jetzt zwar keinen Bauernhof mehr, aber definitiv einen Hund. Unser Hofhund ist der absolute Hammer und hilft uns steht’s mit all seinen Möglichkeiten.

Ich wünsch euch Frohe Weihnachten und gesegnete Festtage

Eure Julia

Wer übrigens sehen will, wie ich einen Roadtrain fahre, kann sich gerne das Video abholen.

Cattle Station Woche 2

So dalla, ich werd euch jetzt einen Einblick meines Alltags geben, bitte seid nicht zu geschockt, es klingt alles viel schlimmer als es sich anhört (oder auch nicht):

  • Aufstehen: meist um halb 6
  • Tiere füttern

Dann eines von den folgenden Dingen:

  • „Mustering “ = Kühe aus dem Busch zu Pferd zusammen treiben, kann bis zu 11 Stunden dauern und bis zu 1700 Kühe
  • „Drafting 1“ = Kühe werden sortiert in Bush Cow (zurück im Busch), Calws (müssen markiert werden) und Trick
  • „Calw marking“ = die Kälber bekommen ein Zettel ins Ohr, das andere Ohr wird ein bisschen abgezwackt, die Hörner werden abgenommen und die Männer kastriert
  • „Drafting 2“ die Truckkühe werden nochmal sortiert in Weaner (dürfen noch 1 Jahr leben), Peadic (werden geschlachtet) und Bulls (werden für mehr Geld geschlachtet)
  • „Marking“ alle Rinder, für bis jetzt noch keine Zettel etc haben, bekommen das jetzt, bevor sie verkauft werden
  • Tiere füttern
  • Alles mögliche Haushalttechnisches
  • Schlafen

Manchmal hängen wir noch etwas mit den Roadbuildern ab, sind echt nette Menschen, wenn auch manchmal etwas „einfach“ gestrickt.

Jetzt noch ein paar Bilder und eine schöne Vorweihnachtswoche

Eure Julia

Cattle Station Woche 1

Ja, ihr habt richtig gehört. Ich bin auf einer Rinderfarm gelandet, und zwar als Jilaroo (Cowgirl) und Depp für Alles . Damit hab ich übrigens mein letztes Must Have in Australien abgehakt. Ok, ich gebe zu die Liste war nicht sehr lang, aber dafür umso wichtiger.

Die Zeit hier verfliegt super schnell, doch nach jeden Tag spür ich mehr Knochen in meinen Körper und das hat folgenden Grund:

1 .Jeder Tag beginnt seeehr früh (zwischen 3 und 6 Uhr)

2. Jeder Tag ist seeehr lang (zwischen 10 und 15 Stunden Arbeit und dann noch kochen etc.)

3. Jeden Tag gibt es mindestens einen Adrenalinkick

Viel Zeit zum denken bleibt nicht und leider auch nicht zum schreiben, aber ich bin optimistisch, dass ich den Blog jede Woche schreiben kann.

Die Menschen hier sind aber super nett, wir sind einige Backpacker und ein paar Einheimische. Ich hoffe, ich adaptiere nicht ihren Aussie slang.

Bilder gibt’s leider nur sehr wenige, ich versuch für nächste Woche ein paar zusammen zu kriegen (wenn ich nicht gerade Kühen hinterherrennen).

Grüße an alle

Julia

Diesmal gibt’s nen Sonnenaufgang

Roadtrip Westcoast Woche 7

Die letzte Woche beginnt mit Seerobben. Irgendwie sehr strange, an einem weißen Stand mit türkisblauem Wasser auf Seerobben zu treffen, aber ich bin nun mal in Australien. Hier ist alles möglich.

Die pinnacle desert ist eine „Wüste“ mit Felsformationen, bei denen keiner so ganz genau weiß, warum sie da sind (oder ich hab’s einfach überlesen). Schön anzusehen ist es trotzdem.

Ein bisschen Spaß muss natürlich auch sein, also haben wir uns ein Sandboard gemietet uns sind die weißen Dünen runter geprescht. Oder sagen wir besser, runter gefahren. Sonderlich schnell wird man nämlich nicht und leider muss man alles, was man runter fährt auch wieder hoch laufen. Selbst die Sportlichsten unter uns gaben nach dem 5. Mal erschöpft auf. Leider muss ich sagen, Snowboarden macht definitiv mehr Spaß. Da hat man auch keine 3 Tage danach noch Sand im Ohr oder in den Haaren.

(Video mal wieder auf Anfrage)

Ein Spanisches Dorf mitten in Australien und das einzige Kloster des Kontinents? Da muss man natürlich hin und es hat sich gelohnt. Wie in einer anderen Welt sind hier verschnörkelte Gebäude in mitten von Ackerfeldern und 1 Stunde von Perth entfernt. Und keine Menschenseele weit und breit.

Ich liebe übrigens die ganzen lila Bäume, gibt’s auch in Perth an jeder Straßenecke.

PERTH

Das Ziel ist erreicht. Nach 7 Wochen traveln und einer mega schönen Zeit, die ich nie vergessen werde, kommen wir in Perth in unsrer Airbnb an. Die 7 Wochen hatten es zwar echt in sich, es gab Höhen und Tiefen und an manchen Momenten wünscht man sich nicht’s sehnlicher als eine eigene Toilette. Aber rückblickend hätte es nicht besser laufen können. Man trifft mega coole Leute aus alles Welt und sieht ein Naturphänomen nach dem anderen. Und das alles für ca. 1500 $.

Da ich jetzt noch ein bisschen Geld übrig hab, besichtige ich natürlich erstmal Perth. Perth hat mega schöne Parks und Einkaufszentren, alles was das Herz begehrt und die schwerste Goldmünze der Welt. 1 Tonne Gold. In einer Münze. Den Geldbeutel möcht ich gerne sehen, der die transportiert. Wir waren auch live dabei, wie ein Goldbarren gegossen wurde. Natürlich waren wir auch im Museum, um ein wenig Kultur mitzunehmen (und es gibt freies WLAN)

ROTTNES ISLAND

Die kleine Insel vor Perth beherbergt die kleinen, süßen Quokkas. Die Tierchen gibt’s fast nur hier (ein paar kleine Populationen auch auf dem Festland) und sie sind zum knuddeln. Anfassen und Füttern natürlich verboten (Salmonellengefahr). Ansonsten ist die Insel mega das Ferienparadies für die Menschen aus Perth und gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden. Für mich war es leider wieder nur Strand, Klippen und Wasser.

Ich wünsch euch eine ganz schöne Woche und mal gucken, wie es bei mir hier jetzt weiter geht.

Eure Julia